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Wie schlafen Wale und Delfine?

Wie Wale und Delfine unter Wasser schlafen ist für viele ein Rätsel, denn wie auch andere Säugetiere müssen sie währenddessen regelmäßig atmen. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Wie sehen schlafende Wale und Delfine aus?

Es ist etwa 11 Uhr, wir sind auf dem Meer vor La Gomera, meiner Lieblingsinsel. Bei unserer Whale Watching Tour sind wir einer Gruppe Grindwale begegnet. Etwa 15 bis 20 Tiere liegen gemeinsam an der Oberfläche. Hin und wieder sinken sie langsam ab, um kurze Zeit später langsam wieder aufzutauchen. „Sie ruhen“, sage ich den anderen Walbeobachtern an Bord. „Nach der anstrengenden Jagd in der Dämmerungszeit regenerieren sie jetzt ihre Kräfte.“ Aber schlafen sie wirklich? Denn sie sind ja noch – wenngleich wenig – aktiv.

In einem auf YouTube veröffentlichten Video ist ein Buckelwal zu sehen, der Nahe der Wasseroberfläche, senkrecht mit dem Kopf nach unten und mit der Fluke oberhalb der Wasseroberfläche im Wasser treibt. Dieses Verhalten zeigt ein schlafendes Buckelwalweibchen.

Wie atmen Wale im Schlaf?

Bei Walen und auch bei Delfinen ist das Atmen ein bewusster Vorgang. Anders als Menschen halten sich Meeressäuger nicht permanent an der Luft auf, weshalb sie regelmäßig auftauchen müssen. Jeder Atemzug wird gezielt mit den Bewegungen des Tieres zur und an der Oberfläche koordiniert. Im Gegensatz dazu atmen wir Menschen automatisch, auch wenn wir bewusstlos sind. Dafür sorgt unser Atemreflex, den es bei Delfinen und Walen nicht gibt!

Buckelwale können bis zu einer halben Stunde am Stück schlafen. Dabei treiben sie direkt unter der Wasseroberfläche. Damit die Atmung auch im Schlaf funktioniert, bleibt eine Hirnhälfte stets wach. Aber nicht alle Wale schlafen wie dieses Buckelwalweibchen: Es gibt Arten, die im Schlaf schwimmen, solche, die direkt unter der Wasseroberfläche ruhen und andere, die an der Oberfläche bleiben: Wie die Grindwale vor La Gomera, die sich nur wenig bewegen und kaum merklich dahinziehen. Orcas schlafen ebenfalls mit einer wachen Hirnhälfte etwa 90 Minuten pro Tag, bei den Pottwalen schlafen anscheinend sogar beide Hirnhälften, während sie knapp unter der Oberfläche senkrecht im Wasser stehen. Dabei halten sie offenbar bewusst ihren Atem an (was für ein Tier, das bis zu anderthalb Stunden tauchen kann, eher eine leichte Übung ist).

Wie schlafen Delfine?

Delfine weisen ein ähnliches Schlafverhalten auf wie Wale. Im sogenannten semihemisphärischen oder auch „Halbseitenschlaf“ ist jeweils eine Gehirnhälfte wach. Man erkennt dies daran, dass ein Auge geschlossen ist, nämlich auf der Seite gegenüber der schlafenden Hirnhälfte. Forscher haben herausgefunden, dass sich die Tiere dank des Halbseitenschlafs ausruhen können obwohl sie aktiv bleiben.

Wir ziehen uns mit dem Boot von den Grindwalen zurück. Schließlich wollen wir sie nicht wecken, auch wenn sie sich sozusagen nur im „Halbschlaf“ befinden. Schlafende Wale sollte man am besten sich selbst überlassen. Ihr Leben ist (durch uns Menschen) schon stressig genug…

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutzgebietekampagne - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.