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ISLANDS SINNLOSER WALFANG GEHT WEITER

<Achtung: Dieser Bericht enthält möglicherweise verstörende Bilder und Beschreibungen>

Islands Walfänger haben am Freitag, den 24. August, zwei weitere getötete Wale in die Walfangstation Hvalfjordur geschleppt. Ein trächtiges Finnwalweibchen und ihren Fötus sowie vermutlich einen weiteren Blau/Finnwal-Hybrid. Damit wurden in dieser Walfangsaison bereits 99 erwachsene Finn- bzw. Hybridwale getötet (die ungeborenen Föten im Mutterleib nicht miteingerechnet).

Die Aufnahmen zeigen die Walfangstation Hvalfjordur, in Island und wurden durch die Organisation Hard to Port aufgenommen. Die Walfänger bilden eine Mauer um den vor ihnen am Boden liegenden Fötus, vor Beobachtern zu verbergen.

Erst vor wenigen Tagen haben Berichte über die Tötung eines schwangeren Finnwalweibchens Kritik hervorgerufen. Die Bilder die Arbeiter zeigten, wie der Fötus aus dem Mutterleib gerissen und über den Betonboden geschliffen wurde, haben für einen Aufschrei in der Öffentlichkeit gesorgt.
Der massiven Kritik traten die Walfänger mit dem Argument entgegen, dass dies bereits das elfte schwangere Weibchen gewesen sei, welches sie in diesem Sommer getötet hatten. Walfänger Kristjan Loftsson erklärte: Die Tötung der schwangeren Walweibchen sein ein gutes Signal für den Zustand der Finnwalpopulation. Würde er einen Sommer lang kein einziges schwangeres Weibchen töten, dann wäre etwas falsch.

Beobachter in Island berichteten am Freitagmorgen, dass der getötete Wal – „Wal 98“ – nicht wie ein Finnwal aussah. Es könnte sich daher – wie bereits im Juli dieses Jahres – um einen weiteren Hybridwal (die seltene Kreuzung aus einem Finn- und einem Blauwal) handeln.

„Der heutige Tag zeigt klar: der Finnwalfang in Island ist außer Kontrolle. Es wurden möglicherweise bereits zwei extrem seltene Hybridwale und mehr als zehn ungeborene Nachkommen getötet und die Walfangsaison ist noch nicht vorbei. Jeder einzelner diese Wale, starben völlig grundlos. Es gibt keine Nachfrage für Finnwalfleisch in Island und das Fleisch der Hybridwale kann nicht nach Japan exportiert werden. Die ungeborenen Walföten werden im Müll entsorgt. Dass die Arbeiter der Walfangstation den toten Körper des Walfötus vor Beobachtern abschirmen zeigt, dass ihnen Bewusst ist, wie inakzeptabel ihre Taten sind. Viele Isländer fordern bereits seit Jahren den Walfang für immer zu beenden, der so viel Leid für diese bedrohte Walart bedeutet.
Wir fordern die isländische Regierung auf, sich nicht weiter der Realität zu verschließen. Keine weiteren Waljagten zu genehmigen, ist der einzige richtige Schritt, den sieh setzen kann.“ sagt Vanessa Williams-Grey, Leiterin der Kampagne zur Beendigung des Walfangs in Island bei WDC, zu den aktuellen Entwicklungen.

Über Ruth Schloegl

Leiterin Bildung - Als Bildungsreferentin kämpft Ruth Schlögl gemeinsam mit den jüngsten Umweltschützer*innen für den Schutz von Walen und Delfinen.