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Auch nach dem Welttag der Ozeane nicht den Fokus verlieren

Pottwale (C) Andrew Sutton
(C) Andrew Sutton

Der Welttag der Ozeane am 08. Juni ist jedes Jahr ein bedeutendes Datum für den Meeresschutz. Der Blick wendet sich auf das größte Ökosystem der Erde und alle reden von der Notwendigkeit des Meeresschutzes.

Leider ist der Fokus nur von kurzer Dauer. Schon einen Tag später scheint es nicht mehr so wichtig zu sein, dass es mit der Umsetzung von Meeresschutzmaßnahmen überall auf dem Planeten hapert. Zurück zum alten Trott: Die meisten Meeresschutzgebiete existieren nur auf dem Papier, Überfischung und Klimawandel nehmen weiter ihren Lauf. Wale und Delfine sterben als Beifang in den Netzen europäischer Fischer*innen.

Oder hat sich in diesen besonderen Zeiten der Corona-Krise vielleicht doch etwas Grundsätzliches geändert? Man hört von klaren Gewässern in Venedig, großen Delfinschulen direkt an der Küste Teneriffas und im Bosporus und dass viele Fischerboote

in den Häfen geblieben sind. Die Natur erfährt ganz offenbar eine Ruhepause. Doch wie nachhaltig wird sie sein? Kehren wir bald zum vorherigen Zustand zurück und befeuern weiter die Klimakrise mit unserem Kaufverhalten, unserem gedankenlosen Umgang mit Naturressourcen?

Wir müssen endlich die notwendigen Schritte in Richtung echter Nachhaltigkeit gehen.  Ich wünsche mir heute, zum Welttag der Ozeane 2020, dass sich die Menschen damit auseinandersetzen, wie wichtig die Meere für unser eigenes Überleben sind. Gesunde Meere spielen für die Gesundheit der Menschen eine wichtige Rolle, denn ohne die stabilisierende Wirkung der Ozeane wäre das Erdklima längst kollabiert. Der Lebensraum in den Ozeanen geht uns alle an – nicht zuletzt da jeder zweite Atemzug in unseren Lungen aus dem Meer stammt. Die Lösungsmöglichkeiten der großen Umweltprobleme unserer Zeit sind bekannt und wir alle stehen in der Verantwortung – niemand kann sich heute noch herausreden. Wir stehen vor einer gigantischen, gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Jetzt wird sich zeigen, ob wir reif genug dafür sind, eine Zukunft zu gestalten, die auch unseren Kindern und Enkeln ein gutes Leben bietet. Und den Delfinen und Walen das große Leiden erspart, dass sie jeden Tag erdulden müssen.

WDC kämpft seit vielen Jahren für eine Welt, in der alle Delfine und Wale in Sicherheit und Freiheit leben. Ihre Zukunft ist unsere Zukunft.

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutz - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.

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