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Schutz für die Nordkaper

Nordkaper stehen kurz vor dem Aussterben. Weniger als 450 Individuen dieser Art leben an der Ostküste der USA und Kanadas.

Nordkaper (auch Nordatlantische Glattwale genannt) wurden seit dem 11. Jahrhundert gejagt und waren fast ausgestorben, als die Jagd im Jahr 1935 endlich verboten wurde. Trotzdem kämpft die Population bis heute ums Überleben, denn die Wale sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt: Schiffskollisionen, das Verfangen in Fischereigerät und der Verlust und die Verschmutzung ihres Lebensraums setzen den Nordkapern zu.

Seit April 2007 sind 18 Wale (und somit vier Prozent der Nordkaper) verstorben – eine Zahl, die Walschützer*innen auf der ganzen Welt alarmiert hat. Mittlerweile gehen Expert*innen davon aus, dass weniger als 450 Individuen dieser Art überlebt haben. Als Reaktion auf den Klimawandel und menschliche Aktivitäten haben viele Nordkaper ihren ursprünglichen Lebensraum verlassen. Bei ihren Wanderungen Richtung Kanada ist das Risiko für Schiffskollisionen und das Verfangen in Fischereigerät höher. Wenn es so weitergeht, werden die Nordkaper in 25 Jahren ausgestorben sein – wegen menschengemachter Bedrohungen!

Schiffskollisionen verringern

2013 wurde die WDC-Kampagne ACT RIGHT NOW ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für die Gefahren, denen Nordatlantische Glattwale (und auch andere Meeressäuger) ausgesetzt sind, in der Bevölkerung zu erweitern. Hauptaugenmerk der Kampagne liegt auf der sogenannten „Ship Strike Rule“. Diese Regelung schreibt Schiffen ab 20 Metern Länge vor, in für die bedrohten Meeressäuger als wichtige Lebensräume ausgewiesenen Gebieten ihre Geschwindigkeit zu drosseln. Über 70.000 Unterschriften konnten gesammelt werden, um gegen das automatische Auslaufen dieser Regelung Ende 2013 zu protestieren. Mit Erfolg: im Oktober 2015 konnte erreicht werden, dass die „Ship Strike Rule“ bestehen bleibt.

Was macht WDC?

WDC ist in mehreren Fachgruppen aktiv, die sich auf verschiedenen Ebenen für den Schutz der Nordkaper einsetzen. Wir arbeiten mit Vertreter*innen aus der Industrie zusammen, um nachhaltige Fischereimethoden zu entwickeln, bei denen sich die Wale nicht in Langleinen oder Netzen verfangen können. Außerdem sorgen wir dafür, dass der Schutz von Nordkapern von Gesetzgeber*innen bei der Planung von neuen Projekten in ihrem Lebensraum beachtet wird. Mit Bildungskampagnen versuchen wir, so viele Menschen wie möglich zu erreichen – von Student*innen über Familien bis zu Bootseigner*innen.

Erfolge

Seit 2005 kämpft das WDC-Büro in Nordamerika für den Schutz der Nordkaper. Wir konnten uns bei der Erarbeitung neuer Richtlinien einbringen, die von den Behörden vor Ort rechtlich bindend umgesetzt wurden. Seither wird in dieser Region ein Großteil der Schiffskollisionen erfolgreich vermieden: Die Zahl der Kollisionen mit schwerwiegenden Folgen für die Wale entlang der US-Ostküste sank um 80-90 Prozent. Außerdem konnten wir erreichen, dass die Schutzzone an der US-Ostküste auf mehr als 100.000 km² ausgeweitet wurde.

Nordkaper-Fakten

  • Weniger als 450 Individuen sind noch am Leben.
  • Mindestens vier Prozent (18 Wale) aus dieser Population starben zwischen April 2017 und Januar 2018.
  • Zwölf der 18 Todesfälle wurden im Sankt-Lorenz-Golf in Kanada dokumentiert, die anderen sechs Wale wurden an der US-Küste gefunden.
  • Im Jahr 2017 wurden nur fünf Babies geboren – und im Jahr 2018 bisher kein einziges.
  • Die Todesursachen sind fast immer das Verfangen in Fischereigerät oder Schiffskollisionen.

Bildungsprojekte

WDC ist Teil des Bildungskomitees des Nordkaper-Konsortiums. In Zusammenarbeit mit unserem Partner, dem Walfang-Museum in New Bedford, haben wir die Vorlesungsreihe „Der Mensch und die Wale“ entwickelt, um der Bevölkerung die Notlage der Nordatlantischen Glattwale näher zu bringen.

WDC hat zusammen mit der nationalen Fischereibehörde die Programme "Whale Sense" und “See a Spout” entwickelt, um kommerzielle Walbeobachtungsunternehmen und Freizeitkapitän*innen zu schulen. Zu den gefährdeten Nordkapern muss ein Abstand von mindestens 500 yard (ca. 450 m) eingehalten werden.

Pro Jahr erfahren mehr als 1.500 Schüler*innen durch das WDC-Bildungsprogramm mehr über Nordkaper und die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind. „Delilah“, eine lebensgroße begehbare Nachbildung eines weiblichen Nordkapers, ist oft bei den Schulbesuchen dabei. Sie repräsentiert die Geschichte eines Nordkaper-Weibchens, das 1992 durch eine Schiffskollision ums Leben kam.

Aufblasbarer Wal "Delilah"

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